25.09.2017

Vereinsdialog SV Handorf-Langenberg

Autor / Quelle: Reiner Kramer

Vorsitzender Maik Escherhaus zur Vereinsphilosophie des SV Handorf-Langenberg

„Wir wollen kein Geld an Spieler zahlen“


Beim SV Handorf-Langenberg spielt Menschlichkeit eine größere Rolle als das „liebe“ Geld. Ein Beispiel verdeutlicht das besonders. 40 Trainer und Betreuer kümmern sich in erster Linie vorbildlich um den Nachwuchs, ohne auch nur einen Cent dafür zu verlangen. Und die Mitgliederbeiträge sind moderat. Auch die aktiven Fußballer bekommen vieles geboten, nur kein Geld. Beim SV bedanken sie sich lieber mit Naturalien: Zum Beispiel bei der Sportausrüstung.

Doch damit nicht genug: Der SV Handorf-Langenberg hat auch eine exzellente Sportanlage. Drei gut gepflegte Rasenplätze, zwei davon ausgestattet mit Flutlicht, und eine angrenzende Sporthalle garantieren einen reibungslosen Trainings- und Spielbettrieb.  Außerdem möchte der Verein in absehbarer Zukunft einen Kunstrasenplatz bauen. Dafür gibt es nach Auskunft des Vereinsvorsitzenden Maik Escherhaus einen Gebrauchtmarkt. Dies erfuhr die Verbandspitze beim jüngsten Vereinsdialog im Klubheim des SV Handorf-Langenberg, nahe der Autobahn 1. 

„1A“ mit Sternchen: Die Sportanlage des SV, umgeben von einem Neubaugebiet,  hat diese Bezeichnung verdient. Das gilt aber auch für die überproportional vielen Betreuer, Trainer, Helferinnen und Helfer, die den jungen und alten Sportlern die bestmögliche Unterstützung gewähren. So funktioniert es beim SV Handorf-Langenberg optimal, auch wenn die zwei Herrenteams „nur“ in der 1. bzw. 3. Kreisklasse spielen. Eine Frauenmannschaft mit 28 Spielerinnen komplettiert den Erwachsenenspielbetrieb. Damit sind die Verantwortlichen zufrieden. Geld in die Hand zu nehmen, um die Leistungsstärke der Teams zu erhöhen, hat jedenfalls nicht die Priorität beim  aufstrebenden Verein.

Denn der Wohlfühleffekt ist viel wichtiger. Die 18 Jugendmannschaften sind in einer gut funktionierenden Spielgemeinschaft mit dem benachbarten SV Holdorf integriert. Gibt es überhaupt Sorgen im Verein mit seinen rund 600 Mitgliedern? Kaum, denn auch die Wirtschaftlichkeit ist gewährleistet. „Wir arbeiten solide, sind ein gesunder Verein und machen keine Schulden, weil wir unter anderem kein Geld an Spieler zahlen wollen. Wir leben das Ehrenamt in der einstigen Bergarbeitersiedlung, in der 1950 auf einem Acker die Sportanlage entstand“, informiert  Vorsitzender Escherhaus, der seinen Verein mit einer beeindruckenden und vor allem informativen Präsentation vorstellte. Zum Beitragsaufkommen: Erwachsene zahlen jährlich 58 Euro und Kinder 29 Euro. Der Familienbeitrag kostet jährlich 87 Euro. NFV-Präsident Karl Rothmund, Direktor Bastian Hellberg und Bezirksvorsitzender Dieter Ohls zeigten sich beeindruckt von der „Wohlfühloase, die täglich gepflegt wird“ (Zitat: Maik Escherhaus).

Hoffnung verbreitet das relativ junge Vorstandsteam, womit bewiesen ist, dass es im Verein auch eine gesunde Altersstruktur gibt. Beeindruckende Eigenleistungen sind ein weiterer Beleg dafür, dass Harmonie im Verein herrscht und die Motivation der Mitgliederinnen und Mitglieder ungebrochen ist. Die „Würstchenbude“ ist in einem großzügig selbst erstellten und modernen Holzbau untergebracht. Und ebenso wichtig:  Die Würstchenbude öffnet auch bei Jugendspielen. Und da kommt es regelmäßig  vor, dass der Vorsitzende selbst an einem Spieltag im Verkaufstand bedient. Getreu dem Motto: Jeder im Verein packt mit an. „Wir leben, was das anbelangt, wie in einem gallischen Dorf“, betont Escherhaus.

Und noch etwas Positives beim SV Handorf-Langenberg: Wer kann schon behaupten, genügend Schiedsrichter zu haben. Beim SV derzeit kein Problem. Zehn junge Leute üben aktuell das Amt aus. Mit der Werbung kennen sich die Verantwortlichen bestens aus und verwenden dafür unter anderem Motivationsplakate von Fußball.de, die an verschiedenen Stellen auf der  Sportanlage aufgehängt wurden. 

Sie sollen die Attraktivität und Schönheit des Amateurfußballs hervorheben. Denn trotz der tollen Infrastruktur dürfen zwei Probleme des SV nicht unerwähnt bleiben. Lizenzierte Trainer seien nur schwer zu gewinnen, weil „die Ausbildung viel zu zeitaufwendig ist“.  In diesem Zusammenhang  wies die NFV-Verbandsspitze auf die Kurzschulungen hin, die im Kreis angeboten werden. 

Das zweite Problem sei das Verhalten einiger Eltern, die ihre Kinder mit viel zu hohen Ansprüchen beim Verein „ablieferten“ und trotz der geringen Mitgliedsbeiträge ein „Rund-um-Sorglos-Paket“ erwarteten sowie darüber hinaus am Spielfeldrand gelegentlich ihre gute Kinderstube verlassen. Die NFV-Verbandsspitze hört diese Kritik bei fast allen Vereinsdialogen und bestätigt in diesem Zusammenhang von einem viel zu hohen Anspruchsdenken vieler Eltern.

Für die ausgezeichnete Kommunikation zum Kreisverband ist beim SV Handorf-Langenberg bestens gesorgt. Denn Vechtas NFV-Kreisvorsitzender Martin Fischer ist gleichzeitig 2. Vorsitzender im Verein. Auch die Kommunikation zum Verband nach Barsinghausen und zum Bezirk Weser-Ems funktioniert gut. Dankbarkeit war an diesem Abend beim Vereinsdialog auch noch bei  einem weiteren Ereignis zu spüren. Denn Martin Fischer verlieh NFV-Präsident Karl Rothmund die „Goldene Ehrennadel des NFV-Kreises Vechta. Ein Zeichen von besonderer Verbundenheit in der großen Fußballfamilie des Niedersächsischen Fußballverbandes.

Dies war in dem zweistündigen Gespräch immer wieder zu spüren. Übrigens: Bei den rund 600 Mitgliedern wird es nicht bleiben. „Wir wachsen stetig und sind stolz darauf“, sagte abschließend Maik Escherhaus. Das können nicht so viele Vereine in Niedersachsen von sich behaupten. Keine Frage: Der SV Handorf-Langenberg darf optimistisch in die Zukunft schauen. 

Erstes Foto: Beim Vereinsdialog  mit dem SV Handorf-Langenberg von links nach rechts:

Hans Engelmann, Dieter Ohls, Claudia Stach, Karl Rothmund, Maik Escherhaus,, Martin Fischer und Hubert Tönjes.


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Seite zuletzt aktualisiert am: 25.01.2018

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